Viva Mexico

Etwas mehr als 4 Jahre ist es nun her, seit wir Mexiko zum ersten Mal bereist haben. Mexiko war der Start einer fast anderthalbjährigen Weltreise, ein Start der nicht wie geplant 3-4 Wochen gedauert hat, sondern schlussendlich mehr als 2 Monate. Das mit dem Planen hatte sich sowieso innert Kürze als unnötig entpuppt, denn es kommt meistens anders als gedacht, und das ist auch gut so! Genau diese Ungewissheit macht eine Langzeitreise aus. Nicht zu wissen wie lange man an einem Ort bleiben wird oder wo die Reise als nächstes hingeht. Jeden Morgen von neuem entscheiden wozu man Lust hat und zu spüren, wo es einem hinzieht…das Gefühl der Freiheit!

Ich weiss ich weiss, einige von euch sehen vor ihrem geistigen Auge sofort Negativschlagzeilen sobald sie Mexiko hören. Auch wir sind damals mit gemischten Gefühlen in den Flieger gestiegen und wussten nicht so recht, was uns auf der anderen Seite des Atlantiks erwarten wird. Drogen, Mafia, Mord und Korruption sind die Schlagwörter, welche eigentlich überall auf der Welt gedruckt werden, sobald es um Mexiko geht. Leider ist das auch so und sehr viele Menschen führen ein schwieriges und gefährliches Leben in diesem Land. Jedoch ist das keinesfalls alles, was Mexiko zu bieten hat!!! Wir waren und sind auf jeden Fall unglaublich froh, dass die Neugierde stärker war als die Furcht! Respekt und Vorsicht sind stets gute Begleiter beim Reisen, jedoch sind es genau „diese“ Länder, die uns am meisten begeistert und verzaubert haben. Mexiko ist so viel mehr als diese Negativschlagzeilen und hat unglaublich viel zu bieten; von verschneiten Bergen zu karibischen Stränden, von prähistorischen Pyramiden zu den schönsten kolonialen Städten, von Surfen und Tauchen zu Biken und Trekken und vieles mehr. Was mich an diesem Land aber von Anfang an am meisten begeistert hat, waren die Menschen und die Farben….überall Farben. Umso glücklicher bin ich, dass ich einen Teil des Landes nun zum zweiten Mal bereisen durfte, und zwar immer noch mit dem gleichen Mann an meiner Seite wie schon damals vor 4 Jahren, was das Ganze noch viel schöner macht.

Da diese zweite Reise nach Mexiko natürlich kürzer ausfiel als die damalige Weltreise, beschränkten wir uns auf die beiden Bundesstaaten Yucatan & Quintana Roo an der Karibikküste. In Tulum waren wir bereits bei der ersten Reise, jedoch hatten wir damals nicht einen einzigen regenfreien Tag, weswegen wir diesen wunderschönen Ort unbedingt nochmals mit Sonne und blauem Himmel sehen wollten. Es hat sich definitiv gelohnt! Zwar ist Tulum vor allem in der Hauptsaison ziemlich teuer, aber der Strand und die Tatsache, dass nicht höher als 2 Stockwerke gebaut werden darf, macht diese Urlaubsdestination zu einer Augenweide! Es gibt hier in der Umgebung unzählige Cenotes und Lagunen und der Strand von Tulum ist wohl einer der Schönsten, den wir auf der Welt je gesehen haben.

Ausserdem waren wir in Valladolid mit seinen farbigen Stadthäusern im spanischen Kolonialstil und in Rio Lagartos, wo wir per Zufall auf einen dieser eindrücklichen farbigen Friedhöfe gestossen sind. In Mexiko, sowie auch in anderen Ländern Zentralamerikas, hat der Totenkult eine besondere Bedeutung. Im Gegensatz zur europäischen Trauerkultur wird das Ableben nicht als düstere und traurige Katastrophe betrachtet, sondern als wichtiger Teil des Lebens, welchen man mit farbigen Festen feiert.

Da wir mit einem Mietauto unterwegs waren, konnten wir auch noch einen Abstecher ins Fischerdorf „Las Coloradas“ machen. Neben dem Fischfang leben die rund 1'000 Einwohner hier oben an der Küste hauptsächlich von der Salzindustrie. Die meisten Touristen verirren sich wegen den künstlich angelegten Salzbecken hierher, welche sich aufgrund des hohen Salzgehaltes rosa färben (je mehr Wasser im See verdunstet, desto höher wird die Konzentration der Mikroorganismen wie Salzwasserkrebse. Damit die Tiere trotz des hohen Salzgehalts überleben können, produzieren sie große Menge des Naturfarbstoffes Beta Carotin, dadurch färbt sich das Wasser pink).

Ja und bevor’s dann wieder zurück nach Hause ging, verbrachten wir noch einige Tage auf der gemütlichen und autofreien „Isla Holbox“. Hier gibt es fast nur sandige Strassen, farbenfrohe karibische Häuser und in der Sonne dösende Hunde. Leider war zu dieser Jahreszeit weder Flamingo- noch Walhai- Saison, aber ob zu Fuss oder auf einem rostigen Fahrrad, genug zu sehen und zu entdecken gibt es hier allemal, schliesslich wird die Insel auch „Streetart Heaven“ genannt!

Und ich spüre jetzt schon, dass auch dies nicht meine letzte Reise nach Mexiko gewesen sein wird…

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