Unterwegs mit Helvetas Guatemala

Wie bei meinem letzten Blog angekündigt, durften wir das Helvetas Team Guatemala drei Tage lang bei ihrer Arbeit belgeiten. Mein Freund Andy arbeitet bei Helvetas Zürich im Support, weswegen wir diese Möglichkeit unbedingt wahrnehmen wollten und wir haben uns riesig gefreut, dass dieses Treffen zustande gekommen ist.

Seit ich mein eigenes Geld verdiene spende ich regelmässig an verschiedene Non-Profit-Organisationen. Mich haben die Welt und ihr Ungleichgewicht schon immer sehr interessiert und ich habe viel über Projekte, die zur Verbesserung gewisser Zustände führen sollen, gelesen. Man sieht Bilder und hört von Menschen und ganzen Dörfern, die in verschiedensten Formen unterstützt werden. Dass wir jetzt in Guatemala Familien vor Ort besuchen, ihre Geschichten mit eigenen Ohren hören, die Umgebung sehen und die Dankbarkeit spüren konnten, hat aber nochmals einen viel tieferen und nachhaltigeren Eindruck bei mir hinterlassen.

Im Helvetas-Projektgebiet im westlichen Hochland leben über 90 Prozent der überwiegend indigenen Bevölkerung in extremer Armut. Landesweit verfügt nicht mal die Hälfte der Menschen über fliessendes Wasser. Hinzu kommt die Verschmutzung des Wassers, was zu Krankheiten oder sogar zum Tod führen kann.

Helvetas unterstützt die Menschen finanziell sowie mit ihrem Know-how und begleitet die Gemeinden beim Bau von Wasser- und Abfallentsorgungsanlagen. Wichtig ist ihnen dabei die Förderung der Kompetenzen auf Gemeinde- und Dorfebene sowie die explizite Einbeziehung der Frauen in allen Entscheidungen.

Neben dieser Aufgabe unterstützt Helvetas Kleinbauernfamilien darin, mit erweitertem Wissen und neuen Betriebszweigen zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften und dadurch ihr Leben ein Stück weit zu vereinfachen. Dieses Geld kann dabei helfen, dass ein Kind die Schule besuchen oder dass die ganze Familie sich ausgewogener ernähren kann.

In Zunil waren wir zum Beispiel bei einem Treffen mit einer Gruppe Jugendlicher, die in Ihrer Umgebung den Ökotourismus einführen wollen. Ihr Ziel ist es, in erster Linie den lokalen Touristen die Flora und Fauna in diesem Teil des Landes näher zu bringen, indem sie Unterkünfte und Wanderwege erbauen, lokale Produkte anbieten und gleichzeitig natürliche Ressourcen schonen. In einem Land wie Guatemala, das vor so vielen Herausforderungen steht ist es umso wichtiger, dass auch die jungen Menschen mit vereinten Kräften versuchen ihre Zukunft zu beeinflussen und zu gestalten. Das Helvetas Team unterstützt sie dabei mit ihrem Know-how und stellt Verbindungen zu anderen Gruppen her, die in diesen Bereichen schon mehr Erfahrungen sammeln konnten. Wie in vielen weiteren Ländern bleibt auch in Guatemala den meisten jungen Menschen die Möglichkeit eines Studiums verwehrt, oder ihr Bildungsweg ist gar bereits nach der Grundschule beendet. Umso beindruckender finde ich, dass diese NGO Mitarbeiter durch ihr Studium in erster Linie erreichen wollen, dass ihr eigenes Volk vorankommt und Schritt für Schritt das Leben einzelner Familien und ganzer Dörfer verbessert wird.

In Momostenango, im guatemaltekischen Hochgebirge, durften wir Jacobo kennenlernen der gerade dabei ist, sein Wissen über den Umgang mit Bienen zu vertiefen und seine Honig Erträge zu steigern. Während wir den fantastischen Honig auf Crackern zusammen mit einer leckeren Horchata genossen, hat er uns mit Stolz von den positiven Veränderungen in den letzten Monaten erzählt. Juana und Ilda haben uns ihre Schweine und Hühner gezeigt, die durch artgerechtere Haltung und besseres Futter viel kräftiger und gesünder und dadurch natürlich auch wertvoller geworden sind.

Nachdem wir einen Einblick in die Lebensumstände der betreuten Familien sowie in die Arbeit von Helvetas erhalten haben wurde uns klar, dass bereits relativ kleine Veränderungen einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität der Menschen haben. Umso unbegreiflicher wird es, dass es in so vielen Ecken dieser Welt noch immer an den einfachsten Dingen fehlt. Schliesslich möchte doch jeder Mensch einfach nur im Stande sein, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten und für die Familie zu sorgen.

Ich bin unendlich dankbar für diese Erfahrung und sehe die Zufriedenheit, die Freundlichkeit und Offenheit dieser Menschen als Inspiration. Dieses endlose Streben nach immer noch mehr in der Welt, aus der ich komme, scheint einmal mehr sinnlos und unwichtig.

Falls ihr Ende Monat, nach Bezahlung aller Rechnungen noch «ein föriges Nötli» haben solltet, würde sich Helvetas sehr über eine Spende freuen.

Spendenkonto Helvetas:

PC: 80-3130-4

IBAN CH76 0900 0000 8000 3130 4

BIC: POFICHBEXXX

Helvetas

Zudem hat Andy noch ein sehr eindrückliches Video über unsere Reise durch Guatemala gemacht, wer interessiert ist, hier der Link dazu (kurz und knackig, nur 3 Minuten lang):

Video Guatemala

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